news
  
  
  
FILMRISS




Natürlich gingen Corona und Lockdown nicht spurlos an uns vorbei. Aber das ist nicht der einzige Grund für die lange Stille um die Filmgruppe. Wir hatten einen gepflegten Hänger. Wir suchen auch nach neunen Mitstreitern. In den letzten beiden Jahren haben wir keine Veranstaltungen auf die Beine gestellt und sind nicht auf Tournee gegangen.

Unsere Kräfte sind begrenzt und die stecken wir in ein neues Projekt.

Aber bevor wir von dem neuen Projekt berichten, noch ein paar Worte über die sich ändernden Ausgangsbedingeneung. Als wir als Teenager in den 70er Jahren anfingen, Super 8 Filme zu produzieren, gab es in Schleswig-Holstein, außer den stockbiederen Schmalfilmcluiubs keine Institutionen für unabhängige und nichtkommerzielle Filme. Alles mußte selbst auf die Beine gestellt werden. Filmvorführungen in der Wohnung der Eltern, in der Schule und im Hinterzimmer einer Kneipe. Es gab damals haufenweise Jugendliche, die ähnlich drauf waren wie wir. Filmverrückte, die Kamera in die Hand nahmen und für ihre Werke ein Publikum suchten. Man half einander und organisiertre gemeinsam Events. Letztendlich wurde das die Basis der Filmstrukturen, die sich nach und nach im Land entwickelten, von alternativen Kinos bis hin zu einer Institution, wie der Filmförderung. All diese Strukturen und Institutionen waren das Ergebnis einer Selbstorganisierung der Filmemacher. In diesen Zeiten hatten wir uns intensivst mit den anderen Filmern gestritten, die oftmals von einer Karriere träumten, während wir dafür plädierten, daß die Strukturen für alle offen und frei von ökonomischen Interessen sein sollten.

Wir haben nicht geahnt, welche Dynamike Institutionen der Kulturbranche entwickeln. Sie sind dazu da, das Arbeiten von Kulturschaffenden zu erleichtern. Nach ausgiebiger Institutionalisierung machen sie den Kulturschaffenden zum Bittsteller. Und es geht noch schlimmer. Irgendwann geht es nicht mehr um Kultur und diejenigen, die sie produzieren,sondern nur noch um die Instutionen selbst und die Jobs, die sie einigen bieten. Wir haben uns dem abgewandt. Stehen heute an dem Punkt, an dem wir in den 70ern standen. Man ist auf sich selbst gestellt, es läuft mit Eigenfinanzierung und gegenseitiger Hilfe. An diesere Stelle schonmal ein herzlicher Dank an das Zeitzeugenstudio Kiel.

Wir haben es zusätzlich mit einer Situation zu tun, in der es immer hürdenreicher wird, mit perforierem Film zu arbeiten. Es ist schwieriger und kostspieliger, an Material zu kommen und es gibt immer weniger Menschen, die in der Lage sind die Geräte zu warten und zu reparieren. Das ist keine automatische Entwicklung durch die Konkurrenz des digibtalen Films. Der chemische, perforierte Film hat eine große Anhängerschaft, sowohl unter Filmemachern, alsauch unter Cineasten. Es gab von Konzernen, die ihre Kohle mit dem digitalen Bild machen, massive Einflußnahme auf Sender und Filmhochschulen und gruben dem perforierten Film das Wasser ab.

Nun noch etwas zu unserem neuen Projekt. Wir arbeiten an einem Film über Lutz Taufer, der 20 Jahre im Knast gesessen hat für die Teilnahme an der Geselnahme des "Kommando Holger Meins" in der deutschen Botschaft in Stockholm. Da dieser Film nicht abendfüllend sein wird, soll er mit einigen Kurzfilmen, an denen wir teilweise noch arbeiten, gezeigt werden.









Derweil stellen wir das jüngste Werk unserer Kumpels der Filmgruppe Laterna 24143 vor, die sich für die Geschichte der Filmgruppe Chaos interessierten:

"Was ich aber auch brauch um nicht verrückt zu werden..." from Filmgruppe Laterna 24143 on Vimeo.



Hier noch ein Beitrag über unser handwerkliches Arbeiten am Film:

Film - Entwicklung - Bearbeitung from Filmgruppe Chaos on Vimeo.





Wir möchten nochmal auf unsere letzte DVD hinweisen: SPORTSKANONEN. Ein cooles 16mm Filmcollageprojekt in Doppelprojektion. Die Fertigstellung und Veröffentlichung auf DVD ist eine langwierige und schwierige Geburt und noch nicht abgeschlossen.